. .

Wer in unseren Breiten zum ersten Mal eine blühende Kamelie im Freiland sieht, fragt sich sicherlich sofort, warum diese Pflanzen hier nicht weiter verbreitet sind. Kamelien waren schon vor über 200 Jahren bei uns bekannt, insbesondere in Sachsen. Die Gärtnerei Seidel in Sachsen besaß im Jahre 1860 einen Katalog mit annähernd 1100 verschiedenen Kameliensorten und Beschreibungen.

Die Weltkriege führten aber letztlich zum Untergang der Kulturen und auch des Wissens um die Kamelie. Durch mühsame Aufbauarbeit der Deutschen Kameliengesellschaft ist es letztlich gelungen, die Kenntnisse um die Kamelie erneut zu verbreiten und die ganze Pracht und Schönheit dieser Pflanze in einer unglaublichen Sorten- und Artenvielfalt interessierten Pflanzenfreunden wieder etwas näher zu bringen.
Die Gattung Camellia gehört zur Familie der Teegewächse und umfasst etwa 35 Gattungen mit mehr als 600 Arten.
 
Kurzporträt
  • Botanischer Name: Camellia japonica
  • Familie: Theaceae
  • Pflanzengruppe: Laubgehölz
  • Heimatgebiet: China und Japan
  • Wuchs: kugelig wachsender Kleinstrauch bis 5 m Höhe
  • Blüte: stark sortenabhängig
  • Blatt: meist immergrün, glänzend, elliptisch, oft gesägt
  • Ansprüche: saurer, humoser Boden; Halbschatten
  • Winterhärte: stark sorten- und herkunftsabhängig
 
Zum Thema Kamelien gibt es zum Glück wieder viele neue Bücher, aus denen sehr gute Sortenbeschreibungen und Kulturberichte abgeleitet werden können.
In unseren Breitengraden können Kamelien als immergrüne Pflanze bedenkenlos überwintern, allerdings gibt es dabei das eine oder andere zu beachten. Es ist fast unmöglich, die Pflanzen den Winter über in einem Pflanzgefäß zu halten. Die feinen Faserwurzeln der Kamelie liegen dabei direkt an der Topfwandung und nehmen durch Frosteinwirkung sehr schnell Schaden.
 
Kamelien, die ab Herbst mit einem dicken Knospenansatz in unterschiedlichen Größen angeboten werden, kann man bedenkenlos erwerben, aber besser nicht direkt im Freiland auspflanzen. Die Knospen sind sehr empfindlich und würden durch den Umpflanzschock rasch abgeworfen werden. Verhindern lässt sich das nur durch einen kleinen Trick: Man pflanzt die Kamelie mitsamt ihrem Behälter im Boden ein und nimmt die richtige Pflanzung unmittelbar nach der Blüte im Frühjahr vor. Der endgültige Standort muss im Sommer halbschattig sein. Als Pflanzerde eignet sich ein torfhaltiges Substrat. Der größte Teil aller verkauften Kamelien stammt aus Norditalien und wird vor dem Verkauf in deutschen Betrieben für eine Zeit lang akklimatisiert und ist dann in unseren Breitengraden unter Berücksichtigung der wichtigsten Kulturmaßnahmen auch winterhart.


zurück zur Liste

Frühlingsboten in der Wohnung

Wenn sich die Weihnachtszeit verabschiedet hat und alle Zeichen auf Frühling stehen, sehnt man sich in der Wohnung zunehmend nach Farben und Veränderung: Man ist bereit für einen neuen Start....

weiter lesen ...

Zwiebel- und Sommerblumen

Wer den Frühling schon sehr früh in seine Rosenbeete locken will, hat mit Zwiebelblumen großartige Möglichkeiten. Aber auch hier ist es wichtig, die Farben richtig zu wählen....

weiter lesen ...

Rosen für besondere klimatische Standorte

Jede Rose hat ihre Vorliebe für gewisse klimatische Grundwerte. Das Wohlgefühl der Rosen wird beeinflusst vom Großklima, den lokalen Wetterbedingungen und dem Mikroklima, das durch den Standort im...

weiter lesen ...

Rosennamen

Immer wieder wird die Frage gestellt, wie die Rosen zu ihrem Namen kommen. Jeder Rosenzüchter möchte seiner Rose einen Namen mit auf den Weg geben, damit sich der zukünftige Kunde leichter für diese...

weiter lesen ...

Gailardia mit Biene

Eine kurze Begriffsdefinition: Stauden

Den Begriff „Gehölze“ und was damit gemeint ist, verstehen alle. Auch „Sommerflor“ ist eine geläufige Bezeichnung für farbenprächtige Blumen, die meistens nur einjährig sind. Was aber sind Stauden?...

weiter lesen ...

Lavendel und Oregano

Was sind Stauden?

Wir sind in der Natur ringsum von Stauden umgeben – denken Sie nur an Margeriten in der Wiese, Enzian in den Bergen oder Schneeglöckchen im Auwald....

weiter lesen ...

Hamamelis

Farbe pflanzen mit Gehölzen und Stauden

Bäume, Sträucher und Stauden setzen im Herbst mit unterschiedlichen Blattfarben stimmungsvolle Akzente. Daher denken Sie jetzt schon an das nächste Jahr und nutzen Sie die frostfreien Tage zum...

weiter lesen ...

Rosen-Biologie

Die Rose gehört zur Familie der Rosaceaen und ist mit ca. 250 Arten in der gemäßigten Zone der nördlichen Halbkugel vertreten, aber auch mit Fundorten in tropischen Gebirgen, wie in Mexiko,...

weiter lesen ...

Im Namen der Rose

Jetzt im Februar gibt es aus gärtnerischer Sicht gesehen nur sehr wenig über die Königin der Gartenpflanzen zu berichten. Unsere Rosen im Garten halten jetzt noch ihren Winterschlaf und wir können...

weiter lesen ...

Neues vom Basilikum

Basilikum (Ocimum basilicum) erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit und gehört längst zu den wichtigsten Aroma- und Gewürzpflanzen. So ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass es auch...

weiter lesen ...